10. Juni 2004
Entwicklung der Trink- und Abwasserkosten
Dr. Meißner, Wirtschaftswissenschaftler aus Biesenthal, beschäftigt sich seit Jahren als interessierter und sachkundiger Bürger mit der betriebswirtschaftlichen Führung des WAV Panke-Finow. Seine jüngsten Recherchen hat er in einem offenen Brief zusammengefasst, dessen Abdruck im Biesenthaler Anzeiger der Amtsdirektor ablehnte. Wir veröffentlichen seinen Brief hier, um die Recherchen Dr. Meißners und seine Schlussfolgerungen zu dokumentieren.
Offener Brief an die Bürger und Offiziellen der Stadt und des Amtes Biesenthal-Barnim zur Entwicklung der Trink- und Abwasserkosten und der drohenden Preiserhöhung
Bereits in der Juli-Ausgabe des Biesenthaler Anzeigers von 1996 habe ich mit Sorge über die Entwicklung der Kosten und Preise für Trink- und Abwasser im Wasser- und Abwasserverband „Panke-Finow“ und die mangelhafte Mitwirkung der offiziellen Vertreter der Stadt und des Amtes Biesenthal-Barnim berichtet.
Meine erneute Einsicht in die Abrechnungs- und Planungsunterlagen des Geschäftsbesorgers des Wasser- und Abwasserverbandes „Panke-Finow“, der Stadtwerke Bernau im Februar d.J. haben meine Befürchtungen über den Verlauf der Kosten- und Preisspirale in naher Zukunft bestärkt. Auch kann von einer Intensivierung der Mitwirkung und Einflussnahme der Offiziellen von Stadt und Amt Biesenthal seit 1996 keine Rede sein.
Unter diesen Bedingungen kann es daher nicht verwundern, dass sich die jährliche Kostenumlage des Geschäftsbesorgers Stadtwerke Bernau 2007 gegenüber 1995 um weitere 225.000 € auf 1.155.000 € erhöhen sollen.
Die permanente Steigerung der umzulegenden Gesamtkosten unseres Wasser- und Abwasserverbandes von 2002 nach 2007 auf 119,5% stehen in keinem vertretbaren Verhältnis zu den Wassermengen (Trink- und Abwasser zusammengenommen ), die sich im gleichen Zeitraum auf 107,8% entwickeln sollen.
Jedem sachkundigen Bürger müssen bei solch absurden betriebswirtschaftlichen Zusammenhängen Zweifel an der Kompetenz kommen. Bei steigenden Absatzmengen sind in der Regel, zumindest durch Fixkostendegression, Kostensenkungen pro qm zu erwarten. Die vom Geschäftsbesorger geplante Kostenentwicklung pro qm Absatzmenge wird, wenn dem keine entschiedene Mitwirkungspflicht seitens der Stadt Biesenthal und des Amtes entgegengesetzt wird, unweigerlich zu steigenden Preisen für Trink- und Abwasser in nächster Zukunft führen.
Keine Berücksichtigung bei diesen Planungen der Stadtwerke dürften die von Stadt und Amt Biesenthal unwidersprochenen neuen Stimmenverhältnisse im Wasser- und Abwasserverband Panke/Finow (siehe MOZ vom 24.11.03) sowie die Konsequenzen eines Austritts der Stadt Bernau aus dem Abwasserzweckverband Panketal mit der Übernahme eines Kredites von 1.600.000 € durch unseren Wasser- und Abwasserverband „Panke-Finow“ (siehe MOZ vom 14.02.04) gefunden haben.
Ohne diese dazukommenden Kreditbelastungen entwickeln sich die von den Stadtwerken Bernau geplanten Zinsbelastungen von 2002 nach 2007 auf 155,9%, dies entspricht einem Zinsvolumen von 2.895.000 € im Jahre 2007.
Obwohl mein Anerbieten auf fachliche Unterstützung durch den gleichen Bürgermeister seit 1996 ausgeschlagen wird, hoffe ich auf eine gravierende Kurskorrektur der Offiziellen von Stadt und Amt.
Dr. B. Meißner
